Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Leon de Winter: Stadt der Hunde

Lesetipp von Sybille Kramer - 28.02.2025

Übersetzt von Stefanie Schäfer
Roman, Diogenes Verlag, 26,00 €

Lange hat es gedauert - jetzt ist endlich wieder ein Roman des großen niederländischen Autors Leon de Winter erschienen.
Jaap Hollander, Neurochirurg im Ruhestand, fährt jedes Jahr nach Israel, seit seine Tochter Lea dort in der Wüste Negev zusammen mit einem jungen Mann spurlos verschwunden ist. Diesmal ist die Reise etwas Besonderes. Es ist der zehnte Jahrestag des Verschwindens und Jaap kann den Tod seiner Tochter immer noch nicht akzeptieren. Er möchte erneut in einem Wüsten-Krater nach Hinweisen zu ihrem Verbleib suchen.
Alles ändert sich schlagartig, als er einen Anruf einer Mitarbeiterin des israelischen Ministerpräsidenten erhält. Er wird gebeten, bei der Tochter eines saudischen Herrschers eine nahezu unmögliche Hirn-OP durchzuführen. Weltweit käme nur er infrage, die vorliegende Anomalie erfolgreich zu operieren. Die junge Frau, im gleichen Alter wie seine Tochter zum Zeitpunkt ihres Verschwindens, könnte die erste saudische Herrscherin werden und von ihrer Genesung könne der Frieden im Nahen Osten abhängen. Jaap wird eine unvorstellbar hohe Summe angeboten und er weiß, dass er nicht ablehnen kann.
Wie seine Begegnung mit einem streunenden Hund in der Wüste, der Ausgang der Operation und Jaaps eigene Gesundheit miteinander verbunden sind, werde ich nicht verraten. Jaap verwandelt sich vom kühl handelnden Rationalisten hin zum Gefühlsmenschen, der plötzlich daran glaubt, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt.
Zum 50-jährigen Jubiläum seiner Schriftstellerkarriere ist Leon de Winter wieder ein inhaltlich und sprachlich wunderbarer Roman gelungen.

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Liz Moore: Der Gott des Waldes

Lesetipp von Sönke Christiansen - 23.02.2025

Cornelius Hartz
Roman, C.H.Beck, 26,00 €

Für diesen knapp 600 Seiten umfassenden Roman braucht man einen kleinen Anlauf, aber dann wird man für diese Anfangsmühe mit einem großen Lesevergnügen belohnt. Im Mittelpunkt dieses Romans – der auch gleichzeitig ein spannender Thriller ist – steht die reiche Familie Van Laar. Der Familie gehört ein riesiges Waldgebiet mitsamt einem See und an diesem gelegen ein luxuriöses Wohnhaus mit angeschlossenem Camp, in dem die Kinder wohlhabender Familien den Sommer verbringen. Der Sohn der Familie Van Laar ist im Jahr 1961 spurlos verschwunden und nun im Jahr 1975 wird auch auch die Tochter Barbara plötzlich vermisst. Die junge Ermittlerin Judyta Luptack stößt bei ihrer Suche nach der Tochter auf viel Achselzucken und bei der Familie van Laar auf eine merkwürdige Teilnahmslosigkeit. Auch wird der Fall des vor 14 Jahren verschwundenen Sohnes durch auftauchende Spuren wieder aktuell. Hängen diese Fälle eventuell zusammen und was hat der vor kurzem unter dem Namen „Schlitzer“ aus dem Gefängnis ausgebrochene Mörder mit den Fällen zu tun? In diesem Roman vereinen sich Hochspannung und die Betrachtung einer gespaltenen Gesellschaft zu einem fulminanten Lesevergnügen!

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Hannah Gold: Schildkrötenmond

Lesetipp von Annette Quest - 16.02.2025

Aus dem Englischen von Sylke Hachmeister
Kinderbuch ab 9 Jahren, von Hacht Verlag, 18,- €

Wer sich für wilde Tiere interessiert, ist bei Hannah Gold goldrichtig. Ob sie über Eisbären, Wale (beide Bücher preisgekrönt und in vielen Sprachen übersetzt) oder wie diesmal über Schildkröten schreibt - die Autorin liefert außer spannenden und berührenden Geschichten wertvolle Informationen über die Tiere sowie über die Verschmutzung der Meere und  den Klimawandel.
Silver reist mit ihrer Familie wegen eines Jobangebotes ziemlich plötzlich nach Costa Rica zu einer Schildkröten-Rettungstation. Sie befreundet sich mit Rafi, der eine eigene - bisher nur einpersonige - Strandpatrouille leitet, um Schildkröten bei der Eiablage zu beobachten und diese dann in die Brutstation zu geben. Und dann ist es Silver allein, die die höchst seltene Lederschildkröte entdeckt. Leider erlangen deren Eier auf dem Schwarzmarkt ungeheuer hohe Preise und schon bald merken die Freunde, dass es jemand auf die Brutstation abgesehen hat...
Eine beeindruckende Dschungelreise für Kinder ab 9 Jahren.

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Carlo Cassolla: Ins Holz gehen

Lesetipp von Nicole Christiansen - 13.02.2025

Übersetzt von Marina Galli
Roman, Kampa Verlag, 20,- €

Guglielmo, Mitte 30, lebt mit seinen beiden Töchtern in San Dalmazio, einem Dorf in der Toskana. Seine Frau Rosa ist vor wenigen Monaten an einem hohen Fieber erkrankt und kurz darauf verstorben. Die Krankheitsursache bleibt unklar und der Schmerz über den Verlust ist groß. So groß, das der Holzfäller Guglielmo vor seinen Gefühlen die Flucht ergreift und viele Wochen lieber fern von zu Hause im Wald seiner harten Arbeit nachgeht. Seine Schwester Catarina wohnt bei ihm und kümmert sich in seiner Abwesenheit um die kleinen Kinder.
Jetzt kennen sie die Rahmenhandlung dieser Geschichte von gerade mal hundert Seiten. Eindrucksvoll beschreibt der Autor das schwere und einfache Leben der Menschen in der ländlichen Toskana in den 1930er Jahren. Auch er selbst verlor in jungen Jahren seine erste Ehefrau. Es ist die Intensität seiner Geschichte, die den Prozess des Verlustes auf poetische Weise spürbar macht, als könnten wir darin den Sinn eines ganzen Leben verstehen. Eine tief berührende Geschichte über das Weiterleben.
Die italienische Originalausgabe erschien in Italien bereits 1959. Was für ein Geschenk, das der Kampa Verlag diese wunderschöne Ausgabe nun in der vorzüglichen Übersetzung von Marina Galli veröffentlicht hat. Wir hoffen auf weitere Übersetzungen aus dem Werk von Carlo Cassalo.

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Anne Frank: Füller-Kinder

Lesetipp von Andreas Mahr - 06.01.2025

Übersetzt von Waltraud Hüsmert, Ruth Löbner
Jugendbuch empfohlen ab 12 Jahren, Jacoby & Stuart, 30,00 €

Das Tagebuch der Anne Frank kennt so ziemlich jeder, aber wussten Sie das Anne Frank auch eigene Kurzgeschichten geschrieben hat? Anne nannte die Geschichten selbst ihre „Füller-Kinder“. Es sind Geschichten mit Ereignissen aus dem Hinterhaus, es sind Märchen und Zwergengeschichten, aber auch Erinnerungen an ihre Schulzeit. Ein wunderbares Buch mit tollen Illustrationen,die die Geschichten lebendig werden lassen - eine wahre Hommage an die Schriftstellerin Anne Frank.

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K. J. Reilly: Das Verhalten ziemlich normaler Menschen

Lesetipp von Andreas Mahr - 06.01.2025

Übersetzt von Ute Mihr
Jugendbuch empfohlen ab 14 Jahren, dtv Reihe Hanser, 16,00 €

Der 17-jährige Asher hat durch einen Autounfall seine Mutter verloren. Wobei „verloren“ in Ashers Fall verharmlosend klingt. Der betrunkene Fahrer eines Sattelschleppers hat seine Mutter auf dem Gewissen und weil die Polizei schlampig gearbeitet hat, ist er auf freiem Fuß. Um mit der Situation fertig zu werden, soll Asher eine Selbsthilfegruppe besuchen. Dort trifft er auf die unterschiedlichsten Menschen, die alle das gleiche Schicksal eint: alle haben einen geliebten Menschen verloren. Der alte Henry zum Beispiel schleppt die Urne seiner verstorbenen Frau überall hin, Will, der ungefähr in Ashers Alter ist, trauert um seinen Bruder und die durchgeknallte Sloane, deren Vater gestorben ist. Gemeinsam entschließen sie sich, nach Memphis zu fahren um die Elvis-Ranch Graceland zu besuchen. Das passt Asher sehr gut, denn in Memphis lebt auch der Unfallfahrer und er plant, diesen umzubringen...
K.J. Reilly gelingt es, die großen Emotionen des Lebens: Trauer, Freude und Freundschaft mit großer Sensibilität und Leichtigkeit in ihren Figuren darzustellen.

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Richard Osman: Wir finden Mörder
von Susanne Sießegger, 05.01.2025

James Kestrel: Bis in alle Endlichkeit
von Andreas Mahr, 18.11.2024

Paul Lynch: Das Lied des Propheten
von Andreas Mahr, 18.11.2024

Arezu Weitholz: Hotel Paraíso
von Eva Lorenzen, 18.11.2024

Yuval Noah Harari: Nexus
von Sönke Christiansen, 18.11.2024

Katja Lange-Müller: Unser Ole
von Susanne Sießegger, 18.11.2024

Viktoria Lloyd-Barlow: All die kleinen Vogelherzen
von Susanne Sießegger, 18.11.2024

Andreas Heidtmann: Bei den Minderen Brüdern
von Eva Lorenzen, 18.11.2024

Hrsg.: Wolfgang M. Schmitt, Ann-Kristin Tlusty: Selbst schuld!
von Målin Kruse, 18.11.2024

Martina Hefter: Hey guten Morgen, wie geht es dir?
von Annette Quest, 18.11.2024

Doris Wirth: Findet mich
von Annette Quest, 18.11.2024

Rasha Khayat: Ich komme nicht zurück
von Målin Kruse, 18.11.2024

Ulrike Edschmid: Die letzte Patientin
von Sigrid Lemke, 18.11.2024

Tanja Bogusz: Das Mädchen mit dem Heiermann - Großwerden auf St. Pauli
von Eva Lorenzen, 18.11.2024

Tilo Eckardt: Gefährliche Betrachtungen
von Sigrid Lemke, 18.11.2024

Carys Davies: Ein klarer Tag
von Sybille Kramer, 18.11.2024

Lucy Fricke: Das Fest
von Sybille Kramer, 18.11.2024

William Martin: Dezember 41
von Sönke Christiansen, 18.11.2024

Iida Turpeinen: Das Wesen des Lebens
von Sönke Christiansen, 18.11.2024

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