Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Laura Zimmermann: Meine Augen sind hier oben

Lesetipp von - 17.09.2020

Aus dem Englischen von Barbara König Barbara König
Jugendbuch ab 14 Jahren , Arctis, 18,00 €

Greer hat kein einfaches Leben. In einem anderen Körper, oder mit weniger Oberweite wäre vieles einfacher. Vielleicht hätte sie schon früher ihr Talent für Volleyball entdeckt und die Trikots würden ihr passen. Vielleicht würden die Jungs im Mathekurs sie um Rat fragen statt anzügliche Witze zu machen. Und ganz vielleicht würde sich der Neue an der Schule tatsächlich für sie interessieren... Denn der ist doch nur freundlich, weil Greers Mutter ihnen beim Umzug hilft, oder?
Aber - ganz vielleicht - meint Jackson es doch ernst? Und ihre Oberweite stört doch niemanden so sehr wie sie selbst...?

Ein toller Freundschafts-, Sport- und Liebesroman und darüber, das man sich erst anderen öffnen kann, wenn man sich im eigenen Körper wohlfühlt.

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Marc-Uwe Kling: Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat

Lesetipp von Sigrid Lemke - 15.09.2020

mit Illustrationen von Astrid Henn
Kinderbuch ab 6 Jahren , Carlsen , 12,00 €

Tiffany, Max und Luisa haben Ferien und das bedeutet, dass Oma und Opa zum Aufpassen kommen. Wer auf wen aufpasst, ist auch diesmal nicht so ganz eindeutig. In den letzten Ferien hat Oma ja das Internet kaputt gemacht, und auch Opa ist etwas schusselig: Er stellt den Wasserkocher auf den Herd, Plastik schmilzt und das ganze Haus stinkt. Alle schimpfen mit Opa, aber so nach und nach kommt heraus, dass auch den anderen Familienmitgliedern schon peinliche Fehler passiert sind. Nachdem das geklärt ist, steht einem sehr besonderen und turbulenten Familienabend nichts mehr im Wege. Witzig und ein großer Spaß für alle!

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Colum McCann: Apeirogon

Lesetipp von Nicole Christiansen - 25.08.2020

Aus dem Englischen von Volker Oldenburg
Roman, Rowohlt, 25,00 €

„Apeirogon"? Der Titel des neuen großen Romans von Colum McCann ist ein Begriff aus der Geometrie, der eine Form beschreibt, deren Seiten sowohl zählbar als auch unendlich sind. Das klingt erstmal kompliziert und ist doch ein Geniestreich! Die Hauptfiguren, ein Palästinenser und ein Israeli, beschreiben anhand ihrer persönlichen Schicksale den Konflikt, mit dem die Menschen im Nahen Osten seit 70 Jahren konfrontiert sind. Und das ist ein unendlich vielschichtiges Thema, für das Colum McCann eine ungewöhnliche Form gefunden hat: den Hybrid-Roman! Hier werden zwei Erzählperspektiven und unendlich viele weitere Erzählsplitter kunstvoll miteinander verwoben, so dass sie beim Lesen ein Gesamtbild ergeben, was dem Leser*in erlaubt, sich tief in die vorherrschende politische Situation zu begeben und den Schmerz beider Seiten nachempfinden zu können.

Bassam Aramins Tochter Abir war zehn, als sie von einem Gummigeschoss am Hinterkopf getroffen wurde. Ein 18-jähriger israelischer Soldat hat sie in Panik erschossen, als sie aus einem Süssigkeitenladen kam. Sie starb an Schädelblutungen in einem Krankenhaus, nachdem ihr Vater mit der sterbenden Tochter im Arm unerträglich lange am Checkpoint warten musste, bevor sie endlich ins Hospital kam.
Rami Elhanans Tochter Smadar war 13, als sie von einem jungen Selbstmordattentäter in den Tod gerissen wurde. Als die Eltern die Nachricht von dem Anschlag am Ben-Yehuda Markt durch das Radio erfahren, hoffen sie fest darauf, dass ihre Tochter gleich zur Tür herein kommt.
Anfangs verbindet die beiden Männer, der Moslem und der Jude, die Trauer um ihre geliebten Töchter. Beide empfinden tiefen Hass. Und beide beginnen irgendwann, sich Fragen zu stellen: „ Wird es den unerträglichen Schmerz, den du empfindest, lindern, wenn du einem anderen Schmerz zufügst?" Und ganz langsam, auf vielen Umwegen, gehen sie hinüber auf die andere Seite: die Seite des Täters.
Rami und Bassam begegnen sich schließlich bei einer Organisation namens Parents Circle. Hier engagieren sich Angehörige, die den Verlust ihrer Liebsten betrauern und trotzdem Frieden wollen. Es sind Palästinenser und Israelis! Colum McCann begegnet den beiden bei einem ihrer Vorträge über ihre ermordeten Töchter und ist zutiefst berührt. Als Ire, der schon lange in den USA lebt, erinnerte er sich an den Hass, den er als Kind in seiner Heimat erlebte.
Und dann setze er sich hin und schrieb diesen großartigen Roman. Ein Meisterwerk!

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Ann Petry: The Street

Lesetipp von Susanne Sießegger - 24.08.2020

Aus dem amerikanischen Englisch von Uda Strätling
Roman, NAGEL & KIMCHE, 24,00 €

Ann Petry hat 1946 den Harlem-Roman „The Street" veröffentlicht. Damals war er eine Sensation und ein Bestseller. Jetzt ist er wiederentdeckt worden und in neuer Übersetzung von Uda Strätling erschienen.
Ann Petry erzählt hier die Geschichte einer jungen Schwarzen. Lutie Johnson lebt mit ihrem achtjährigen Sohn Bubb im Harlem der 40er Jahre. Sie hat zwar die Highschool abgeschlossen, dann aber doch früh geheiratet und ihren Sohn bekommen. Das Leben der jungen Familie ist schwer, denn Luties Mann Jim findet keine Arbeit. Um die Familie zu ernähren geht Lutie einige Zeit als Hausmädchen für eine weiße Familie auf´s Land und muss erleben, dass sie - und zwar nur aufgrund ihrer Hautfarbe - für ein Flittchen gehalten wird. Als sie entdeckt, dass ihr Mann sie betrügt, zieht sie mit Bubb zurück zu ihrem Vater, der mit wechselnden Geliebten zusammenlebt. Sie fürchtet allerdings deren schlechten Einfluss auf Bubb, für den sie sich ein besseres Leben wünscht. Darum setzt sie alles daran, eine Wohnung für sich und ihren Sohn zu finden. Wird sie es mit all ihrer Willenskraft und ihrem Ehrgeiz schaffen, sich und Bubb ein besseres Leben zu ermöglichen?
Ein ergreifender, erschütternder und spannender Roman!

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Wolfgang Büscher: Heimkehr

Lesetipp von Sönke Christiansen - 20.08.2020

Roman, Rowohlt, 22,00 €

Wolfgang Büscher hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben.
Es erzählt zwei Geschichten. Zum einen über sein Jahr im Wald, allein in einer einsam gelegenen Jagdhütte nicht unweit des Dorfes in dem er aufwuchs. Über seine Begegnungen und Gespräche mit Förstern, Waldarbeitern, Jägern und nicht zuletzt über die aktuellen Probleme des deutschen Waldes mit Stürmen, Trockenheit und Käfern, die er unmittelbar erlebt. Zum anderen erzählt Büscher von seiner Kindheit, der Geschichte seiner Mutter und von ihrem Sterben.
Es ist ein sehr persönliches Buch, das mich mit seinem ruhigen Erzählfluss an Robert Seethaler erinnert und sofort eingefangen hat.

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Taylor Jenkins Reid: Daisy Jones and The Six

Lesetipp von Eva Lorenzen - 19.08.2020

Aus dem Amerikanischen von Conny Lösch
Roman, Ullstein, 19,99 €

"Daisy Jones & The Six" befinden sich gerade auf dem Zenit ihres Erfolges, da löst sich die Band ohne jegliche Erklärung plötzlich auf.

Jahre später: Eine Journalistin versucht, durch die Befragung der Bandmitglieder und anderer Zeitzeugen, herauszufinden was damals geschah und zum Ende einer der vielversprechendsten Rockbands geführt hat.
Die Autorin Taylor Jenkins Reid (eine Kennerin der Band Fleetwood Mac) lässt, im Stil einer Dokumentation, die 70er Jahre auferstehen und nimmt uns mit in eine Zeit, wo vieles neu war und alles möglich schien.

Eine kurzweilige und unterhaltsame Geschichte incl. Sex, Love, Drugs & Rock 'n' Roll.

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Henrike Wilson: Das kleine Nein-Schwein
von Susanne Sießegger, 18.08.2020

Olivier Tallec: Das ist mein Baum
von Andreas Mahr, 17.08.2020

Ulrike Almut Sandig: Monster wie wir
von Nicole Christiansen, 30.07.2020

John Boyne: Cyril Avery
28.07.2020

Lina Bengtsdotter: Löwenzahnkind. Die Charlie-Lager-Serie (1)
von Sigrid Lemke, 28.07.2020

Josh Pyke: Licht aus, Leon!
von Andreas Mahr, 30.06.2020

Ayse Bosse: Pembo
von Andreas Mahr, 29.06.2020

Suzanne Collins: Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange
25.06.2020

Jasmin Schreiber: Mariannengraben
04.06.2020

Sigrid Nunez: Der Freund
von Nicole Christiansen, 28.05.2020

Helga Schütz: Von Gartenzimmern und Zaubergärten
von Sigrid Lemke, 27.05.2020

Liz Moore: Long Bright River
von Susanne Sießegger, 23.05.2020

Jacek Inglot: Eri und das Ei des Drachen
von Susanne Sießegger, 20.05.2020

Timon Meyer Julian Meyer: Heute nicht. Doch vielleicht morgen?
18.05.2020

Adam Baron: Freischwimmen
15.05.2020

Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder
von Nicole Christiansen, 30.04.2020

Regina Porter: Die Reisenden
von Eva Lorenzen, 29.04.2020

Isabelle Autissier: Klara vergessen
von Sönke Christiansen, 26.04.2020

Laetitia Colombani: Das Haus der Frauen
04.03.2020

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